EIN GUTER SITZ ...
UND DENNOCH RÜCKENSCHMERZEN
Die LKW-Industrie hat die Fahrersitze in den vergangenen Jahren mit Hilfe von Luftfederungen und Einstelloptionen drastisch verbessert. Der moderne LKW-Fahrer genießt in dieser Hinsicht einigen Komfort. Aber dennoch nimmt die Anzahl der Rückenbeschwerden einfach nicht ab...
Im Durchschnitt fallen niederländische Fahrer jährlich an 19 Arbeitstagen durch Krankheit aus. Eine nicht zu vernachlässigende Größe, die sich zu fast 1,8 Millionen verlorener Arbeitstage summiert. Für die Arbeitgeber im Transportsektor bedeutet dies, dass sie ca. 700 Fahrer zusätzlich einsetzen müssten, um die Güter rechtzeitig von A nach B bringen zu können. In der Praxis erfolgt dies aber nur gelegentlich. Stattdessen müssen die Kollegen oftmals zusätzliche Fahrten verrichten. Damit werden zwar Stress und Ermüdung gleichmäßig über alle Fahrer verteilt, die deswegen aber nicht abnehmen. Und damit auch die Anfälligkeit für Rückenschmerzen nicht. Bei den Arbeitgebern besteht damit ein deutliches Interesse an einem strukturellen Rückgang des Arbeitsausfalls in den Unternehmen.
Auch die Behörden haben sich in den letzten Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftigt, so dass die Unternehmen mit zahlreichen Vorgaben überschwemmt wurden. Diese Vorgaben stellen ein deutliches Druckmittel dar: Auf Arbeitgeber, deren Arbeitnehmer erwerbsunfähig werden, kommen entsprechende Kosten zu!
Auch die Arbeitsschutzvorschriften wurden deutlich verschärft und stellen mittlerweile hohe Anforderungen an Fahrersitze. Anforderungen, die sich allerdings immer in Einstellungsnormen ausdrücken. Wenn ein Sitz an zahlreichen Positionen und über einen möglichst großen Bereich eingestellt werden kann, passt praktisch jeder Fahrer auf den Sitz. Das stimmt in der Theorie, aber mit einer Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Fahrer den Sitz nicht richtig einstellt. Aber auch wenn die Sitzhaltung optimal ist, sitzt der Fahrer zwar richtig - aber immer noch passiv. Und: je besser die Sitzhaltung, desto weniger bewegt sich der Fahrer auf seinem Sitz. Die Belastung der Rückenwirbel ist dann noch immer auf einem hohen Niveau.
Daher leidet mehr als die Hälfte der Fahrer an Rückenschmerzen. Stunden hintereinander in nahezu der gleichen Haltung hinter dem Lenkrad - das ist einfach ungesund. Und eigentlich ist die sitzende Lebensweise der LKW-Fahrer extrem, da die Fahrer als einzige Arbeitnehmer in den Niederlanden auf Grund der Fahrt- und Ruhezeiten auch wirklich viereinhalb Stunden ununterbrochen sitzen. In einem Büro hält das niemand so lange aus: Es ist mehr als ein halber Arbeitstag! Zahlreiche Fahrer behaupten, niemals so lange hintereinander still zu sitzen, da sie sich bei täglich 40 Lieferadressen die Beine aus dem Leib rennen. "Wir machen hier Leistungssport", meinen sie dazu. Doch leider zeigen die Daten des BGZ, dass der Anteil der Fahrer mit Rückenschmerzen in dieser Gruppe auf über 65 Prozent steigt. Und: Auch ein Fahrer, der nur 300 km am Tag fährt, sitzt immer noch 4,5 Stunden am Tag hinter dem Lenkrad.
Die einzige Lösung: mehr Bewegung am Lenkrad. Damit behalten die Rückenwirbel und die Bandscheiben ihre Kondition. Und genau hierin besteht die Aufgabe des P-Elvis, des ersten aktiven Sitzelement in einem zwar perfekten, aber passiven Fahrersitz.
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40 PROZENT WENIGER RÜCKENBESCHWERDEN BEI FAHRERN
SAVAS STELLT DEN P-ELVIS VOR
Im Kampf gegen Beschweren im Unterrücken von Fahrern führt der Fahrersitzspezialist SAVAS Seating in Zaltbommel eine neue Technologie ein: den P-Elvis. Das Unternehmen geht davon aus, mit diesem Produkt den durch Rückenschmerzen bedingten Arbeitsausfall um 40 Prozent zu senken. Die Arbeitsschutzinstanz des Transportwesens "BGZ Wegvervoer" äußerte sich sehr positiv über diese Innovation.
Der P-Elvis besteht aus einer einfachen mechanischen Konstruktion, die in den Fahrersítz eingebaut wird. Die Sitzfläche wird von ihr geringfügig um 0,8 Grad vier Mal die Minute nach links und rechts bewegt. Die klinischen Prozesse, die die Bewegung zustande bringen, sind jedoch sehr komplex. Zusammenfassend ausgedrückt: Der P-Elvis versetzt die Bandscheiben in eine Mikrobewegung. In der Folge verbessert sich die Versorgung der Bandscheiben und bleibt das gesamte Rückengrat flexibler. Ein Prinzip, das in der Medizin als "RCPM" bezeichnet wird, als "Rotary Continuous Passive Motion". In Untersuchungen zeigte sich, dass die beschriebene leichte Drehbewegung vor allem Schmerzen im Unterrücken vorbeugt. Damit wird ein Leiden bekämpft, das 55 % aller LKW-Fahrer regelmäßig oder dauerhaft bei der Arbeit einschränkt - mit den entsprechenden Folgen.
Die jüngsten Zahlen von BGZ für 2004 sind in dieser Hinsicht sehr aussagefähig. Der Arbeitsschutz stellte in diesem Zeitraum einen Arbeitsausfall von 1.771.595 Arbeitstagen unter 91.863 Arbeitnehmern in 4.238 Unternehmen fest. In knapp der Hälfte aller Fälle (45 %) handelte es sich um Erkrankungen des Bewegungsapparats. 55 % der Fahrer gaben an, unter Schmerzen im Unterrücken zu leiden. Damit ist der krankheitsbedingte Arbeitsausfall im Transportwesen zwei- bis drei Mal höher als im Durchschnitt.
SAVAS Seating sorgt seit Jahren dafür (u. A. über den Arbeitsschutz), dass Fahrer mit Rückenbeschwerden einen besseren Sitz erhalten. SAVAS Seating kennt die Problematik daher besser als andere Unternehmen. Aus diesem Grund war das Unternehmen sehr an der RCPM-Technologie interessiert und sah darin eine Möglichkeit, Kunden noch besser zu unterstützen. Die praktische Umsetzung der RCPM-Technologie in ein anwendbares Produkt erfolgt in Zaltbommel und in Kooperation mit ErgoDynamics. Das definitive System wurde so gestaltet, dass es nicht nur in das SAVAS-Sitzprogramm, sondern auch nachträglich in praktisch jeden LKW-Sitz eingebaut werden kann. Daher erübrigt es sich, einen neuen, angepassten Sitz zu montieren. Ein Aspekt, der dieses Produkt auch kosteneffizient werden lässt. Die Markteinführung ist für September auf der IAA in Hannover geplant.
Währenddessen ist man bei BGZ sehr begeistert über den P-Elvis. Der Arbeitsschutz teilte in einer Absichtserklärung mit, den Einbau des P-Elvis als wirksames Instrument zur Senkung des Krankenstandes unter Fahrern anzusehen. Und die ersten Ergebnisse sind tatsächlich viel versprechend: Personen mit Schmerzen im Unterrücken stellen nach einer Stunde auf dem Stuhl eine deutliche Abnahme der Schmerzen fest. Der P-Elvis ist jedoch in erster Linie darauf ausgelegt, Rückenschmerzen vorzubeugen. Es handelt sich um die erste aktive Sitzkomponente, die es der Industrie ermöglicht, Fahrzeugsitze zusammen mit passiven Maßnahmen zur Verbesserung der Sitzhaltung und Unterstützung weiter zu verbessern.
Die Arbeitsschutzinstanzen unterstützen die Einführung des aktiven Sitzens in Büroumgebungen, die bisher aus Sicherheitsgründen nicht in der Automobilindustrie möglich war. In dieser Hinsicht bildet der P-Elvis einen großen Schritt nach vorne. Das Sozialministerium hat den P-Elvis mittlerweile als innovatives Projekt im Rahmen des Programms zur Prävention von Arbeitsausfällen anerkannt. SAVAS geht davon aus, die Anzahl der Fahrer mit Rückenbeschwerden um 40 Prozent senken zu können.
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MIT EINEM AUGENZWINKERN IN RICHTUNG DES KINGS
SAVAS Seating nannte die neueste Innovation im Kampf gegen Rückenbeschwerden bei Fahrern bewusst P-ELVIS. Der offizielle Name ist "Torsio", aber den Entwicklern schien diese Bezeichnung zu medizinisch. Da der Nutzer auf dem Gerät sitzt, das das Becken und den Rücken in eine leichte Drehung versetzt, wurde die Bezeichnung P-ELVIS gewählt: mit einem Augenzwinkern in Richtung des Kings. Und damit die Fahrer abends noch fit genug für Rock 'n Roll sind...
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